PRESSE / EXTERN

Bericht Spatenstich Gaberhüel
Zofinger Tagblatt 09.10.2018

Jetzt kann die Familie von Anneliese und Martin Gaberthüel aus Küngoldingen wieder lachen. In wenigen Tagen fällt der Startschuss zum Wiederaufbau ihres im Sommer 2016 abgebrannten Hofes.

Rückblick: Mittwoch, 8. Juni 2016, ein Unwetter zieht über die Region Zofingen. Immer wieder gehen Blitze nieder. Um 15.15 Uhr schlägt einer direkt in den Scheunenteil der Familie Gaberthüel an der Oberen Hauptstrasse 44 in Küngoldingen ein. Innerhalb von wenigen Sekunden steht der Holzbau in Vollbrand. «Ich war nicht zu Hause, ich arbeitete auswärts, als der Blitz einschlug», erinnert sich Landwirt Martin Gaberthüel. «Die Tiere waren auf der Weide.» Tatenlos musste er zuschauen, wie die Scheune bis auf die Grundmauern niederbrannte. Gegen 100 Feuerwehrleute aus Oftringen, Zofingen und Aarburg kämpften gegen die Flammen und retteten den Wohnteil. Trotzdem beträgt der Sachschaden mehrere hunderttausend Franken. «Zum Glück sind keine Menschen und Tiere zu Schaden gekommen, der Rest ist ersetzbar», bilanziert Gaberthüel am Tag nach dem Brand. Über dem Wohnhausteil wurde ein Notdach erstellt. Bereits einen Tag nach dem Brand kehrte die sechsköpfige Familie in ihre Wohnung zurück.

Nach dem Brand liess sich das Paar viel Zeit, denn die Situation bot plötzlich viele neue Optionen. «Wir planten mit dem Familienrat die Zukunft des Hofs», sagt Martin Gaberthüel. «Schnell wurde klar, dass wir am bisherigen Standort keine Tiere mehr wollen.» In der Zwischenzeit sind mehr als zwei Jahre vergangen, alle Brandspuren beseitigt und die Familie Gaberthüel setzt die Zukunftspläne in die Tat um. «Wir werden ein Bed & Breakfast (B&B) mit vier Zimmern eröffnen», verraten Anneliese und Martin Gaberthüel. Das innovative Paar wog zuvor verschiedene Möglichkeiten ab. «Nun hat der Brand die Idee beschleunigt», sagt Martin Gaberthüel.

Wiederaufbau des Hofladens

Architektonisch wird der Anbau gleich wie bisher aussehen und auch auf den bisherigen Grundmauern aufgebaut. Über den vier B&B-Zimmern wird es zudem eine Zweizimmerwohnung mit Balkon Richtung Westen geben. Alles wird behindertengerecht gebaut, so wird es auch einen Lift geben. Im Erdgeschoss wird der Hofladen einquartiert. «Die Landwirtschaft soll immer ein Standbein unserer Familie bleiben», sagt Martin Gaberthüel. Die Familie baut mit dem einheimischen Architekturbüro von Ueli Bhend. «Wir haben nach dem Brand sehr grosse Solidarität in der Gemeinde erleben dürfen», sagt die Familie Gaberthüel, «deshalb ist es auch klar, dass wir mit regionalen Handwerkern unseren Neubau realisieren werden.»

Der symbolische Spatenstich ist bereits vor den Herbstferien gefeiert worden. Die Bauarbeiten beginnen in wenigen Tagen. Der Anbau soll in rund einem Jahr fertig sein. «Wenn dann die ersten Gäste ins B&B einziehen, geht ein grosser Traum für uns in Erfüllung», betont Anneliese Gaberthüel. Bis dahin gibt es aber noch eine Menge Arbeit zu erledigen.


 

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